Unterlumen v0.8.0 — Bibliotheken, Kanäle und ein großer Sprung
Unterlumen v0.7.0 und v0.8.0 erscheinen heute als das größte Update seit der Erstveröffentlichung. Die Hauptneuigkeit ist ein optionales Digital Asset Management — eine lokale, durchsuchbare Bibliothek, die vollständig aus den eigenen Dateien aufgebaut wird. Dazu kommt noch einiges mehr. Hier ist, was neu ist.
Bibliotheken — optionales DAM, vollständig lokal
Unterlumen hat immer ohne Datenbank funktioniert. Das bleibt so. Der neue Bibliotheken-Modus ist vollständig optional: Unterlumen lässt sich genauso wie bisher nutzen, ohne ihn je anzufassen.
Wer ihn nutzen möchte, indexiert einen Ordner in eine lokale SQLite-Datenbank — kein CGo, kein externer Prozess, keine Cloud. Jedes Foto wird anhand seines SHA-256-Inhalts-Hashes identifiziert, sodass Metadaten externe Umbenennungen überleben, ohne den Datensatz zu verlieren. Damit stehen folgende Funktionen zur Verfügung:
- EXIF-Volltextsuche — Filtern nach Blende, Brennweite, ISO, Kamera, Objektiv, Fujifilm-Filmsimulation und mehr über ein Slider-basiertes Panel
- Schlüssel-/Wert-Annotationen — eigene Notizen oder Tags an einzelne Fotos anhängen, direkt im Info-Panel bearbeiten
- Hochqualitative Vorschaubilder — 1200-px-JPEG-Vorschaubilder werden nach Inhalts-Hash auf der Festplatte abgelegt
- Mehrere Bibliotheken — separate Bibliotheken für verschiedene Laufwerke, Projekte oder Archive verwalten
- Statistiken und Timeline — D3.js-Diagramme zu Formaten, Filmsimulationen, Brennweite, Blende, ISO, Kamera-×-Objektiv-Kombinationen, Tageszeit und einem Aufnahme-Kalender; die Timeline-Ansicht zeigt, wie sich die eigenen Gewohnheiten über Monate und Jahre verschieben
- Inkrementelles Scannen — schnelle Rescans überspringen unveränderte Dateien anhand von mtime und Dateigröße; daneben sind vollständiger Re-Index und Bereinigungsmodus verfügbar
Der Re-Index-Fortschritt wird live per Server-Sent Events in den Browser übertragen. Fehlende Fotos werden markiert statt gelöscht, sodass Metadaten und Vorschaubilder erhalten bleiben, bis sie explizit bereinigt werden.
Auf Kanälen veröffentlichen
Auch diese Funktion lebt im Bibliotheken-Modus. Sobald Fotos indexiert sind, lässt sich festhalten, wo und wann jedes Foto veröffentlicht wurde — auf Instagram, Mastodon, der eigenen Website oder einem beliebigen anderen Ziel.
Beim Veröffentlichen wird eine XMP-Sidecar-Datei (.xmp) neben dem Original angelegt — mit einem eigenen xmlns:ul-Namespace, nicht-destruktiv und portabel. Ein gecachter Eintrag wird zudem in der Bibliotheksdatenbank gespeichert, um schnelle Suche zu ermöglichen. Fotos in einer gemeinsamen Veröffentlichungsaktion teilen eine PostID, damit Karussell-Beiträge zusammenbleiben.
Drei eingebaute Kanal-Voreinstellungen decken die häufigsten Ziele ab: Instagram mit 1080 px, Mastodon mit 1920 px und Website-Export mit 2400 px — alle vollständig anpassbar. Pro Kanal lassen sich benannte Unterkonten konfigurieren und beim Veröffentlichen auswählen. Der Kanal-Typ „Website" geht weiter: Jede Veröffentlichung erzeugt eine eigenständige HTML-Galerie neben den exportierten Fotos, und ein Multi-Album-Modus sammelt Alben zu einer vollständigen statischen Website, die per rsync auf beliebige Server übertragen werden kann.
Diashow
Die Durchsuchen-Toolbar hat jetzt einen Diashow-Knopf. Fotos auswählen, Verzögerung (1–60 s), Übergang (Überblenden, Schieben, Zoom oder Sofort) und Layout (Einzelbild, Ken Burns, 2-geteilt oder 4-geteilt) einstellen — optional noch einen Ordner mit Audiodateien angeben. Ein minimales HUD blendet sich nach drei Sekunden aus; Leertaste pausiert, Pfeiltasten navigieren, Escape schließt. Funktioniert mit ausgewählten Dateien oder dem gesamten aktuellen Ordner, wenn nichts ausgewählt ist.
Zuschneiden
Das Zuschneiden ist jetzt direkt im Vollbild-Betrachter möglich. Foto öffnen, im Toolbar auf „Zuschneiden" klicken, Rechteck aufziehen, Seitenverhältnis wählen — frei, Standardformate oder Kinoformate. Enter zum Anwenden. Der Zuschnitt wird direkt in der Datei gespeichert und erhält dabei alle Metadaten, inklusive Fujifilm-Filmsimulationsdaten, über exiftool.
Desktop-App-Installation
./unterlumen -desktop-install startet einen interaktiven Assistenten, der Unterlumen als nativen App-Starter einrichtet — ein .app-Bundle in ~/Applications unter macOS, einen .desktop-Eintrag unter Linux und eine Start-Menü-Verknüpfung unter Windows. Danach erscheint die App in Spotlight, Launchpad oder dem App-Raster wie jede andere Anwendung. Ein zusätzliches -desktop-Flag öffnet die App in einem Chrome/Chromium-Fenster ohne Adressleiste; der Server fährt automatisch herunter, wenn das Fenster geschlossen wird.
Abhängigkeiten prüfen
Die Einstellungen enthalten jetzt einen Eintrag „Abhängigkeiten prüfen", der den Status von ffmpeg, exiftool und sips (macOS) anzeigt. Fehlende oder falsch konfigurierte Tools werden mit einer verständlichen Erklärung und plattformspezifischen Installationshinweisen angezeigt — kein Rätselraten mehr, warum Geolokalisierung nicht funktioniert.
Performance und Cache-Verbesserungen
Mehrere Bereiche haben neben den neuen Funktionen spürbare Geschwindigkeitsverbesserungen erhalten:
- Thumbnail-Cache — Die Einstellungen zeigen jetzt die Cache-Größe auf der Festplatte und den Speicherort — mit einem Knopf zum Leeren. Das Cache-Verzeichnis ist über die neue Umgebungsvariable
UNTERLUMEN_CACHE_DIRund das Flag-cache-dirkonfigurierbar; unter macOS liegt der Cache standardmäßig in~/Library/Caches/unterlumen/und überlebt damit Neustarts. - Suche in großen Bibliotheken — Das Filter-Panel öffnet nach dem ersten Laden sofort; EXIF-Range-Abfragen wurden von sechs seriellen SQL-Statements auf zwei reduziert. Statistiken und Timeline werden im Speicher gecacht und automatisch invalidiert, wenn ein Scan läuft.
- HEIF/HIF-Durchsuchen bei großen Filmrollen — Thumbnail-Anfragen fordern jetzt das kleinste eingebettete JPEG-Preview an, das noch in die Oberfläche passt, statt immer ein größeres zu extrahieren. Noch nicht gecachte Thumbnail-Arbeit wird serverseitig begrenzt und dedupliziert, sodass das Öffnen eines großen HIF-Ordners nicht mehr alle CPU-Kerne blockiert.
- Homebrew-Tools werden von der installierten App gefunden — Das macOS-launchd-Plist setzt
PATHjetzt explizit auf/opt/homebrew/bin, damit über Homebrew installierte Tools wie ffmpeg und exiftool auch dann gefunden werden, wenn Unterlumen aus Spotlight oder Launchpad gestartet wird.
Update holen
Als Desktop-App installieren oder aktualisieren:
./unterlumen -desktop-install
Oder per Docker starten — ffmpeg und exiftool sind bereits enthalten:
docker run -p 8080:8080 -v /pfad/zu/fotos:/photos ghcr.io/bjblazko/unterlumen:latest
Alle Release-Assets gibt es auf der Produktseite und im GitHub-Repository.